Dieser Artikel beschreibt die Schritte zur Fehlerbehebung bei Problemen mit der DATEV LAUDS Integration.
Wie funktionieren DATEV Lohnprogramme?
DATEV bietet zwei Payroll-Programme an, und das Verständnis der Unterschiede ist wichtig, um Integrations- oder Synchronisierungsprobleme zu analysieren.
DATEV Lohn und Gehalt (LuG)
Dies ist eine lokal installierte / On-Premise Payroll-Lösung. Die Lohnabrechnung erfolgt lokal und nicht vollständig im DATEV-Rechenzentrum. Aufgrund dieses Setups hängen Zugriff und Datenservices häufig davon ab, dass der DATEV-Admin eine sichere DATEV-Verbindung eingerichtet hat (z. B. über SmartCard, SmartLogin oder ein DATEV-Zugangsmedium).
Wenn diese authentifizierte Verbindung nicht aktiv ist, können Clients möglicherweise nicht korrekt mit den DATEV-Systemen kommunizieren. In solchen Fällen schlagen Synchronisierungs-Versuche oder Importe fehl, da keine aktive DATEV-Verbindung besteht.
- Aktiv durch lokales System: Smart-Card muss aktiv sein (Ein USB-Stick, der beim Steuerbüro stecken muss)
- Smart Card nicht eingestellt: keine Verbindung zu DATEV aktiv und keine Synchronisierung zu DATEV möglich
DATEV LODAS
LODAS wird über das DATEV-Rechenzentrum / eine Cloud-Umgebung verarbeitet und gilt generell als zentralisierte Lösung. Die Datenverarbeitung und Lohnabrechnung laufen über die gehostete DATEV-Infrastruktur und nicht über lokal installierte Systeme (wie bei LuG).
Warum ist das für Synchronisierung wichtig?
Wenn Synchronisierungen fehlschlagen, kann die Ursache stark davon abhängen, welches DATEV-Produkt genutzt wird:
- LuG: Die Verbindung bzw. Authentifizierung durch den DATEV-Admin ist oft entscheidend. Wenn der sichere Log-In nicht aktiv ist, können Integrationen fehlschlagen (Smart Card s.o).
- LODAS: Probleme liegen hier häufiger bei Berechtigungen, Mapping, Daten-Setup oder Service-Konfiguration in DATEV und weniger bei lokaler Serveranbindung.
Empfehlung
Vor jeder detaillierten Analyse der Integrationseinstellungen sollten folgende Punkte immer vorab geklärt werden:
- Welches DATEV-Payroll-Produkt genutzt wird (LuG oder LODAS)
- Ob der DATEV-Admin eine aktive, authentifizierte Verbindung hat
- Ob alle notwendigen DATEV-Datenservices und Konfigurationen aktiviert sind
Fortgeschrittene Fehlerbehebung
1. Integrationseinstellungen prüfen
Entdecken → Integrationen → DATEV LAUDS → Einstellungen
Für eine erfolgreiche Verbindung muss der Nutzer alle Schritte der Integrationseinstellungen durchlaufen und am Ende auf Speichern klicken.
Schritt 1: Verbindung zum DATEV-Konto
- Ist der Nutzer mit seinem **eigenen personalisierten SmartLogin** verbunden?
- Besteht eine **stabile Verbindung**?
- Sind folgende Daten sichtbar?
- Beraternummer
- Genutztes Lohnprogramm
- Benutzername
- Datum
- Mandantennummer
Schritt 2: Verbindung mit dem Rechenzentrum (DATEV-Server)
- Ist der Beschäftigungsbetrieb verbunden? In DATEV als Betriebsstätte bezeichnet.
- Meldet das System, dass Daten aktualisiert werden müssen?
Schritt 3: Lohnarten
- Ist mindestens eine Basis-Lohnart verknüpft?
- Grundgehalt
- oder Grundgehalt pro Stunde
- Wurden in den Vergütungseinstellungen die relevanten Gehaltsabrechnungskonzepte erstellt?
- Wurden die Gehaltsabrechnungskonzepte mit den korrekten DATEV-Lohnartencodes verbunden?
- Sind die Konzepte, die synchronisiert werden sollen in den Integrationseinstellungen aktiviert/verknüpft?
Schritt 4: Abwesenheiten
- Wurden unter Einstellungen → Abwesenheiten → Abwesenheitsarten die relevanten Abwesenheitsarten angelegt?
- Sind die Abwesenheitsarten mit den richtigen DATEV-Codes verbunden?
- Sind nur die Abwesenheitsarten aktiviert, die synchronisiert werden sollen?
Schritt 5: Abteilungen (optional)
- Nur relevant, wenn Abteilungen in DATEV genutzt werden.
- Sind die Teams korrekt angelegt?
- Werden in DATEV ggf. über Kostenstellen abgebildet.
Allgemeine Prüfung
- Wurde bereits ein Rechnungslauf über das “DATEV Rechenzentrum” durchgeführt? Falls nicht, kann keine Synchronisierung von Factorial an DATEV durchgeführt werden, da keine Daten im Rechenzentrum/Server der DATEV hinterlegt sind. Damit erkennt die Integration nicht, wie und wo die transferierten Daten angelegt werden sollen.
2. Organisation prüfen
-
Hinweis: Eine Synchronisierung an DATEV ist nur möglich, wenn folgende Daten in Factorial hinterlegt sind:
- Vorname
- Nachname
- Steuer-ID
- DATEV-Personalnummer
- Wurde der Vertrag vollständig mit allen gehaltsrelevanten Daten gepflegt?
Organisation → Mitarbeiterprofil → Verträge- Das in DATEV verwendete Basisgehalt (Grundgehalt oder Stundenlohn) muss im Vertrag korrekt angelegt sein unter Art des Grundgehalts.
- Arbeitszeiten/-tage müssen korrekt angelegt sein.
- Zusätzliche Vergütung muss über Neue Bedingungen → Bedingungen aktualisieren hinzugefügt werden, damit keine Vertragsdaten überschrieben werden und der “Verlauf” ersichtlich und nachvollziehbar bleibt.
- Die DATEV-Personalnummer muss hinterlegt sein.
- Die Steueridentifikationsnummer oder Sozialversicherungsnummer muss hinterlegt sein.
- Um die Informationen für alle Mitarbeitenden auf einen Blick zu prüfen, gehen Sie zu Organisation → Personen → Alle auswählen → Mitarbeitende bearbeiten. Dadurch wird eine Tabelle mit allen Mitarbeiterdaten generiert.
3. Zeiterfassung prüfen
- Regeln für Zusatz- und Sonderstunden prüfen
Einstellungen → Zeiterfassung → Zeiterfassungsrichtlinie → Zusatz- und Sonderstunden- Überstunden
- Wochenendzuschläge
- Nachtzuschläge
- Feiertagszuschläge
- Wurde diese mit der Möglichkeit angelegt Genanntes über die Gehaltsabrechnung zu kompensieren und nicht über Abwesenheit oder Stundenkonto?
- Wurden diese Regeln in den Vergütungseinstellungen mit Gehaltsabrechnungskonzepten verbunden?
- Liegen sich überlappende Zulagen vor, prüfen Sie, ob die Funktion in den Einstellungen freigeschaltet ist.
- Prüfen Sie, ob diese Konzepte in den Integrationseinstellungen unter Entdecken → Integrationen → DATEV LAUDS → Einstellungen mit dem passenden DATEV-Lohnartencode verknüpft sind.
- Prüfen Sie unter Zeiterfassung → Genehmigt, ob der Stundenzettel genehmigt wurde und ob die Übertragung an das Vergütungsmodul bestätigt wurde.
4. Vergütungsmodul prüfen
- Wurde zusätzliche Vergütung im Vertrag fixiert, damit sie im Vergütungsmodul erscheint?
Vergütung → Zyklen → Periode
- Variable erscheinen mit dem Hinweis „Bis zu“ und in ausgegrauten Zahlen.
- Festbezug erscheint in schwarzen Zahlen.
- Wurden manuelle Eingaben vorgenommen? Diese erscheinen in schwarzen Zahlen.
- Hinweis: Importieren → Vergütungen ist nur für manuellen Upload der jeweiligen Periode gedacht.
- Bitte beachten Sie, dass die Synchronisierung von Factorial zu DATEV immer manuell angestoßen werden muss.
- Sind die Lohnartencodes in den Integrationseinstellungen korrekt verbunden?
- Wurden eventuell Gehaltsabrechnungskonzepte in den Vergütungseinstellungen deaktiviert, weshalb sie nun nicht mehr in der “Zyklus-Tabelle” oder in den Integrationseinstellungen ersichtlich sind?
- Besteht weiterhin eine aktive DATEV-Verbindung mit dem personalisierten SmartLogin des jeweiligen Nutzers?
Vergütung → Aktualisierungen
- Wurde die Abwesenheitsart korrekt angelegt? Besonders wichtig bei “Krankheit”, z.B. “Entgeltfortzahlungen mit eAU”, “Kind krank”, “Krank ab 6 Wochen”.
- Wir empfehlen für LODAS, “Krankheit” als allgemeine Abwesenheitsart zu deaktivieren und eigene Abwesenheitsarten zu konfigurieren, damit eine klare Kategorisierung gegeben ist.
- Für LuG ist dies nicht erforderlich, da diese Kategorisierung in DATEV geschieht, da nur die allgemeine Abwesenheitsart “Krankheit” in den Integrationseinstellungen angelegt werden kann.
- Sind die richtigen DATEV-Abwesenheitscodes in den Integrationseinstellungen verbunden?
- Besteht weiterhin eine aktive DATEV-Verbindung mit dem personalisierten SmartLogin des jeweiligen Nutzers?
Vergütungseinstellungen
- Wurde ein Gehaltsabrechnungskonzept deaktiviert, das synchronisiert werden soll? Falls ja, wird dieses Konzept nicht mehr in der “Zyklus-Tabelle” oder Integrationseinstellungen angezeigt.
- Wurden die Vorfallseinstellungen geprüft oder eventuell deaktiviert? Nur aktiv geschaltete Vorfälle generieren einen Vorfall für das Vergütungsmodul.
- Falls Professionals aktiv ist, kann Vorfallseinstellungen nur der Steuerberater über “Konfigurationen” in Professionals aktivieren/deaktivieren. Das richtige Unternehmen/Mandant muss vorweg ausgewählt sein.
- Sind die Verbindungsmodule Ausgaben und Zeiterfassung korrekt eingerichtet und verknüpft?
5. Professionals prüfen
- Wurde der Steuerberater vorab als externer Mitarbeiter angelegt?
- Hat der Steuerberater seine Registrierung abgeschlossen?
- Steht dieser auf “aktiv”?
- Hat der Steuerberater die Vorfälle nach Gehaltsrelevanz angelegt und erhalten?
Empfehlung: Kunden sollten sich zusätzlich selbst als Steuerberater anlegen, um Einstellungen in Professionals prüfen zu können.